AudioControl D2800 – Verstärker für Lautsprecher unter Putz in vier Räumen
Unsichtbare Lautsprecher in Wand und Decke sind passiv und brauchen einen Verstärker, der an zentraler Stelle im Haus steht. Der AudioControl D2800 übernimmt diese Aufgabe für bis zu vier Räume. Er hat acht Kanäle, und je zwei davon bilden eine Stereozone. An Lautsprechern mit 8 Ohm stehen je Kanal 100 Watt bereit, bei 4 Ohm nennt AudioControl 200 Watt. Ein eingebauter Signalprozessor passt den Klang jedes Kanals an Raum und Lautsprecher an. AudioControl hat dafür eigene Profile angelegt, unter anderem für die Invisible Series von Sonance und die Paneele von Stealth Acoustics. Bei Lautsprechern dieser Reihe wird sogar unterschieden, ob die Wand gestrichen, verputzt oder tapeziert ist. Die Einrichtung erledigt der Fachbetrieb im Browser, der D2800 bringt dafür eine eigene Web-Oberfläche mit. Neben analogen Eingängen nimmt er digitale Signale über Koax oder TOSLINK an. Im Technikschrank belegt der D2800 nur eine Höheneinheit. Haussteuerungen von Control4, Crestron, RTI und Savant können ihn einbinden.
Vier Räume mit Lautsprechern unter Putz
Ein unsichtbarer Lautsprecher wird in Wand oder Decke eingesetzt und bekommt danach Spachtel und Farbe wie die Fläche ringsum. Vom Raum aus ist anschließend nichts mehr zu sehen, auch kein Gitter. Elektronik haben sie keine, die Leistung kommt über eine Lautsprecherleitung aus dem Technikschrank. Dort steht der D2800 und versorgt mit seinen acht Kanälen vier Stereozonen. Ob Wohnzimmer, Küche, Bad oder Gästezimmer dazugehören, legt allein die Planung fest. Jede Zone bekommt im Verstärker einen eigenen Namen und eine eigene Lautstärke. Mehrere Zonen lassen sich zu einer Gruppe verbinden, wenn im ganzen Erdgeschoss dieselbe Musik laufen soll. Für jede Zone kann der Fachbetrieb Klangeinstellungen speichern und später wieder abrufen. Wichtig ist die Reihenfolge auf der Baustelle: Die Lautsprecher kommen vor dem Verputzen in die Wand, und ihre Leitungen müssen zu diesem Zeitpunkt schon liegen. Deshalb gehört der Weg von jedem Raum zum Technikschrank in die Planung des Rohbaus. Wer heute nur einen Teil der Räume ausstattet, lässt Leitungen für die übrigen trotzdem mitverlegen. Kommen später mehr als vier Zonen dazu, gibt ein zweiter Verstärker das Signal über die Durchschleifausgänge weiter.
Profile für Invisible Series und Stealth-Paneele
Ein unsichtbarer Lautsprecher spielt durch eine dünne Schicht aus Spachtel und Farbe. Wie er am Ende klingt, hängt deshalb auch vom Raum und von der Oberfläche ab. Der Signalprozessor im D2800 bietet für jeden Kanal eine grafische und eine parametrische Klangregelung, eine Frequenzweiche und ein Subsonic-Filter. Damit nicht jede Zone von Grund auf eingemessen werden muss, hat AudioControl eine Sammlung von mehr als tausend Lautsprecherprofilen angelegt. Grundlage sind laut Hersteller öffentlich zugängliche Angaben der jeweiligen Lautsprecherhersteller. Für die Invisible Series von Sonance gibt es dort Profile für IS6, IS8 und IS10, getrennt nach gestrichener, verputzter oder tapezierter Oberfläche und nach der Stärke der Spachtelschicht. Auch die Stealth-Paneele LR116, LR224S und LR430 haben dort einen Eintrag. Ein Profil für das IS8 unter Tapete unterscheidet sich so von einem für dasselbe Modell unter Putz. Ihr Fachbetrieb wählt den passenden Eintrag für den eingebauten Lautsprecher und stimmt die Zone danach auf den Raum ab. Wer streng nach Sonance vorgehen will: Die Einbauanleitung der Invisible Series rät zu den Presets der Sonance-DSP-Verstärker. Die Profile von AudioControl sind also eine eigene Arbeit dieses Herstellers und keine Vorgabe von Sonance oder Stealth Acoustics.
Leistung, Bass und Schutz
Die 100 Watt an 8 Ohm gibt der Hersteller für den Fall an, dass alle acht Kanäle gleichzeitig arbeiten. Bei Lautsprechern mit 4 Ohm sind es 200 Watt je Kanal, eine kleinere Last als 4 Ohm sieht AudioControl nicht vor. Aus zwei gebrückten Kanälen wird ein Einzelkanal mit 400 Watt an 8 Ohm, das ist bei allen vier Kanalpaaren möglich. Die Frequenzweiche trennt den Bass für einen Subwoofer im selben Raum ab. Für die unsichtbaren Woofer IS10W und IS15W von Sonance gilt das nicht: Laut Datenblatt brauchen sie eine eigene DSP-Endstufe von Sonance. Die Bass-Paneele LR24W und LR30W von Stealth Acoustics hängen auf dieser Website an der SA255. Eine Schutzschaltung namens LightDrive verhindert, dass der Verstärker übersteuert und verzerrte Signale an die Lautsprecher schickt. Für die Quellen gibt es lokale analoge Eingänge mit Durchschleifausgängen. Ein Bus-Eingang lässt sich wahlweise auf Koax, TOSLINK oder analog stellen. So lässt sich ein Fernseher mit digitalem Ausgang direkt anschließen. Liegt ein Signal an, schaltet sich der D2800 selbst ein. Alternativ übernehmen Triggerleitungen das Einschalten, für den ganzen Verstärker oder für jede Zone einzeln.
Einbau und Einrichtung im Netzwerk
Im Schrank belegt der D2800 eine Höheneinheit, die Halterungen für 19-Zoll-Schienen liegen bei. Seine Front ist 432 Millimeter breit und 45 Millimeter hoch, nach hinten reicht er 394 Millimeter; auf die Waage bringt er 6,4 Kilogramm. Hinter dem Verstärker braucht es Platz für acht Lautsprecherleitungen und die Kabel der Quellen. Lassen Sie im Schrank etwas Luft über und unter dem Gehäuse, damit warme Luft abziehen kann. Eingerichtet wird der D2800 über eine Web-Oberfläche, die ein Laptop oder Tablet im selben Netzwerk aufruft. Ein Netzwerkanschluss im Technikschrank sollte deshalb schon in der Elektroplanung stehen. Über Ethernet lassen sich außerdem der Betriebszustand abfragen, Quellen umschalten und Einschaltsignale senden. Haussteuerungen von Control4, Crestron, RTI oder Savant nutzen denselben Weg, Befehle laufen über HTTP oder Telnet. Ohne übergeordnete Steuerung arbeitet der Verstärker genauso, dann bedient man die Musik über die App des Mehrraumsystems. Sind Zonen, Profile und Pegel einmal hinterlegt, bleiben sie im D2800 gespeichert. Danach läuft die Anlage still im Hintergrund. In den Räumen bleibt nur glatte Wand, auch dort, wo die Musik spielt.
Technische Daten D2800
| Bauart | 8-Kanal-DSP-Endverstärker, 4 Zonen (Director D-Serie) |
|---|---|
| Belastbarkeit | 8 × 100 W an 8 Ω / 200 W an 4 Ω · 400 W mono gebrückt |
| Impedanz | 8 Ω / 4 Ω |
| Abmessungen | 432 × 45 × 394 mm (1 HE) |
| Gewicht | 6,4 kg |
| Besonderheiten | DSP mit 8-Band-Parametrik, grafischem EQ und Frequenzweichen je Kanal; Web-Oberfläche/IP-Steuerung; Presets (z. B. Stealth); digitale (COAX/TOSLINK) und Bus-Eingänge; Trigger, Groundlift |